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Pro-·vo-ka-ti-on, die [Substantiv, feminin]

Veröffentlicht am 01.04.2018

„Herausforderung, durch die jemand zu [unbedachten]Handlungen veranlasst wird oder werden soll“

Während ich am Schreibtisch sitze, läuten von der nahen Kirche die Glocken zum Gloria der Osternacht. Vermutlich ist für manche Menschen dieses christliche Getöse am frühen Morgen, das von der Freude über die Auferstehung Christi kündet, reine Provokation. „Muss das denn sein? Können die mich nicht einfach in Ruhe schlafen lassen?“

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Wo, bitte, geht's zur Front?

Veröffentlicht am 14.11.2017

In letzter Zeit bekommt der Papst häufiger Post. Da schreiben auf der einen Seite zunächst vier Kardinäle einen Brief, in dem sie ihre Zweifel am Kurs von Papst Franziskus anmelden, kurze Zeit später folgt ein Brief einer Gruppe von 62 Kritikern und bezichtigt den Papst darin, Irrlehren zu verbreiten. Auf der anderen Seite haben inzwischen weit über 50.000 Menschen einen Brief an den Papst (digital) unterzeichnet, um dem Papst ihre Unterstützung zu zusichern. ...

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Das Gleichnis von den zwei Schwestern

Veröffentlicht am 03.09.2017

Mit der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit ist es wie mit zwei Schwestern, die im selben Haus lebten. Die ältere von ihnen war Töpferin und schuf mit ihren Händen alle Gefäße, die die Menschen zum täglichen Leben brauchten. Die jüngere half ihrer Schwester und bemalte Vasen, Teller und Becher mit bunten Farben. So waren sie hoch geachtet bei den Menschen und jeder kaufte gerne in ihrem Laden ein.

Eines Tages kam Ben Sadok zum Laden der Schwestern. Ben Sadok war ein griesgrämiger Mann, der alles Schöne, Gute und Vollkommene hasste und stets nach Wegen suchte, es zu zerstören.

Als er zum Haus der beiden Schwestern kam und in der Auslage die bunten Gefäße sah, wurde er von heftigem Widerwillen gepackt, und am liebsten hätte er alles zerschmettert. Doch da er wusste, dass ein solcher Erfolg nur von kurzer Dauer wäre, da die Schwestern ja wieder neue, womöglich noch schönere Töpferwaren herstellen würden, sann er nach einem anderen, besseren Weg, sein böses Werk zu vollbringen. Da kam ihm eine Idee …

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(K)ein Gebet um geistliche Berufe

Veröffentlicht am 28.05.2017

Kurz vor der Priesterweihe stand eine gemeinsame Exkursion nach Aachen zum Sitz der großen kirchlichen Hilfswerke (Missio, Misereor, Renovabis) auf dem Programm. Dort berichtete einer der Verantwortlichen von folgendem Erlebnis in einem Bistum in Afrika:

„Wir hatten dort – getragen von Spenden aus Deutschland – Katechisten ausgebildet. [= Männer und Frauen, die in Regionen, wo es zu wenige Priester gibt, mit den Gemeinden Wortgottesdienste feiern, Kinder auf die Erstkommunion, Jugendliche auf die Firmung vorbereiten, beerdigen …] Bei der Aussendungsfeier für eine solche Gruppe habe ich den Bischof gefragt, was er denn machen würde, wenn er auf einen Schlag alle fehlenden Priester bekommen würde. Der Bischof gab mir zur Antwort, ...

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Der Ort, wo Himmel und Erde sich berühren

Veröffentlicht am 25.05.2017

Auf einer Anhöhe über dem Lager Plaszow liegt die Villa von Kommandant Amon Göth. Wenn der Hausherr auf den Balkon tritt, um auf sein kleines Reich zu schauen, in dem er auch Herr über Leben und Tod ist, dann wird es für die Lagerinsassen lebensgefährlich: Denn regelmäßig greift Amon Göth zum Karabiner und nimmt die Häftlinge des Konzentrationslagers ins Visier. Meist erschießt er Menschen, die nicht schnell genug oder gar nicht arbeiten. Manchmal aber tötet er auch völlig willkürlich. Es gibt keine Regel, an die man sich halten könnte, um dieser Willkür zu entgehen. Göth mordet – schlicht weil er es kann.

Mit einem Trick versucht eines Tages Oskar Schindler, diesem willkürlichen Morden Einhalt zu gebieten, indem er am Beispiel der römischen Caesaren deutlich macht, dass wahre Macht sich nicht im Töten der vermeintlich Schuldigen zeigt, sondern in der Option zur Gnade. Die Caesaren hatten alles Recht, Verbrecher zu töten, und diese hatten nichts anderes zu erwarten als den Tod, doch indem sie den Todgeweihten das Leben schenkten, zeigten die Caesaren Macht in Vollkommenheit.

Wer den Film „Schindlers Liste“ gesehen hat, weiß, dass dieser Trick nur begrenzt funktioniert. Für kurze Zeit gefällt sich der Lagerkommandant in der Rolle des barmherzigen Herrschers, doch bald schon gewinnen Grausamkeit und die Lust am Töten wieder die Oberhand. Die Gnade weicht der Willkür.

Unsere Welt ist – der Mensch ist im Umgang mit Seinesgleichen oft genug gnadenlos.

Wie ist das eigentlich mit Gottes Gnade?

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Stützräder

Veröffentlicht am 30.04.2017

Als ich ein kleiner Junge war, bekam ich mein erstes Fahrrad. Es war feuerrot, die Schläuche hatten weiße Streifen und die Griffe am Lenker waren rechts grün und links rot. Ich habe es geliebt. Meine ersten Fahrten habe ich – wie wohl die meisten Kinder – zunächst mit Stützrädern am Hinterrad gemacht. Insofern war mein Zweirad am Anfang also eher ein Vier-Rad. Nach recht kurzer Zeit hatte ich mein Gefährt ganz gut im Griff und machte zusammen mit Freunden die Straßen von Wüstensachsen unsicher. Irgendwann fand mein Vater wohl, dass es an der Zeit war, die Stützräder langsam weg zu lassen und richtig Fahrrad zu fahren, daher …

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Fromm zu sein ... Gedankensplitter zum Palmsonntag

Veröffentlicht am 09.04.2017

Wenn fromm sein bedeutet, alle Gebete zu kennen und zur festgesetzten Zeit auch zu verrichten, wie man eine Arbeit verrichtet, und alle Gebote zu befolgen, dann bin ich ganz bestimmt kein frommer Mensch. Wenn fromm sein aber bedeutet, mit Gott im Gespräch und in Verbindung zu bleiben und ihm jeden Tag neu zu vertrauen, dann kann ich mit dem Wort „fromm“ durchaus etwas anfangen.

Wenn fromm sein bedeutet, ...

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ReineFantasy? – Gedanken zur Lesung am Dienstag der Ersten Woche im Advent

Veröffentlicht am 30.11.2016

In Internetforen lese ich immer wieder mal, wenn es um die Bibel geht: „Was soll uns dieses Märchenbuch heute noch sagen?“ Wer so etwas schreibt, möchte die Bibel als Glaubensbuch diskreditieren und die darin gesammelten Texte als reine Phantasie abtun. Die Logik dahinter ist klar: Wenn Gott nicht existiert, so der Grundgedanke, dann muss folgerichtig auch alles, was über ihn gesagt wird, unsinnig sein.

Ok … dann ist die Bibel also ein Märchenbuch …

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Bin ich unwürdig …? – Gedanken zum Evangelium am Montag der ersten Woche im Advent

Veröffentlicht am 28.11.2016

„Ich kann dieses ‚Herr, ich bin nicht würdig …‘ in der Messe einfach nicht mitbeten“, erklärte vor ein paar Jahren eine Frau in einem Bibelgespräch zur Begegnung von Jesus mit dem Hauptmann von Kafarnaum. „Ich habe jahrelang darum gerungen, dass ich nach dem ganzen Schrecklichen in meinem Leben endlich mein verlorenes Selbstwertgefühl wiederfinde – und jetzt, wo ich es gefunden habe, kann ich doch nicht jedes Mal in der Messe wieder beten, dass ich nicht würdig bin.“

Wie ist das mit der Würde des Menschen im christlichen Glauben?

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Kirmes! oder: Die Kirche ist ein Wasserwerk

Veröffentlicht am 06.11.2016

Der 09. November ist im kirchlichen Kalender dem Weihetag der Lateranbasilika in Rom gewidmet. Diese eigentliche Bischofskirche von Rom trägt den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen auf dem Erdkreis“. Daher bietet dieser Termin auch allen Kirchengemeinden die Möglichkeit, an diesem Tag selbst Kirchweih/Kirmes/Kerb zu feiern, wenn der eigentliche Weihetag nicht bekannt ist oder aus anderen Gründen am betreffenden Tag nicht gefeiert werden kann. In Wüstensachsen, wo ich aufgewachsen bin, findet entsprechend immer Anfang November die Kirmes statt mit Tanz um den Kirmesbaum und allem, was sonst so dazugehört.

Vor zwei Jahren war dieser Sonntag mit dem Fest des Weihetags der Lateranbasilika für mich aus persönlichen Gründen auch ein ganz besonderer Tag: Zwei Wochen vorher hatte der Personalreferent des Bistums den Gemeinden in Meerholz-Hailer und Gründau meinen Abschied verkündet.

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