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Prioritäten gesetzt?

Veröffentlicht am 16.07.2016

Ein Philosophieprofessor stellt am Beginn der Vorlesung einen großen Blumentopf auf den Tisch im und füllt ihn randvoll mit Golfbällen.

„Würden Sie sagen“, fragt er die Studenten, „dass der Topf jetzt voll ist?“

Die Studenten bejahen. Darauf holt der Professor einen Beutel mit Kieselsteinen hervor und schüttet diese zwischen die Golfbälle. Nach einigem Schütteln des Topfes ist der Kies tatsächlich restlos im Gefäß verschwunden. Wieder fragt der Professor, ob der Topf jetzt voll sei. Wieder bejahen die Studenten, wenn auch nun etwas vorsichtiger. Da nimmt der Professor einen weiteren Beutel mit Sand und leert auch diesen in das Gefäß, in dem eben doch in den kleinen Zwischenräumen noch Platz für den Sand ist. Dieses Mal sind sich die Studenten wieder sicherer – ja, der Topf ist jetzt voll. Da nimmt der Professor unter allgemeinem Gelächter zwei Flaschen Bier aus der Tasche und leert auch diese in das Gefäß.

„Verstehen Sie“, fragt er, „was ich Ihnen mit diesem kleinen Experiment sagen will?“

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Strategie und Taktik

Veröffentlicht am 06.07.2016

Direkt im Anschluss an den Elfmeterkrimi im Viertelfinale Deutschland gegen Italien platze dem Fernsehexperten Mehmet Scholl der Kragen: Heftig kritisierte er die Berater von Bundestrainer Jogi Löw und die Entscheidung, sich der Spieltaktik des Gegners anzupassen. Seine Meinung: Wer stark ist, bestimmt selbst im Spiel die Taktik, statt sie sich von anderen aufzwingen zu lassen. Der Wechsel von der gut funktionierenden  Vierer- zur Dreierkette war nach Ansicht von Mehmet Scholl ein grundsätzlicher Fehler getreu dem Motto: „Never change a winning team!“

 

Die Gegenreaktion aus dem Stab des Bundestrainers fiel entsprechend heftig aus – man verbat sich jede Kritik von „selbsternannten“ Experten, die von den inneren Vorgängen im Nationalteam und der Art und Weise, wie dort Entscheidungen getroffen werden keine Ahnung hätten.

 

Mich hat der Vorgang zum Nachdenken gebracht, ob sich aus der Debatte nicht auch viel grundsätzlichere Erkenntnisse gewinnen lassen für das Leben im Allgemeinen und die Kirche im Besonderen. …

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Was ist Mut?

Veröffentlicht am 02.07.2016

Vor einigen Jahren fahren Abiturienten in Baden-Württemberg bei Ihrer Abiklausur im Fach Deutsch eine Aufgabe mit dieser Fragestellung vor: "Erörtern Sie: Was ist Mut?"

Und während nun die ersten Abiturienten wie die Besessenen loslegen, um ihre Gedanken zu Papier zu bringen, saß einer da und schaute auf sein leeres Blatt Papier. Was er dann tat, ist der Stoff, aus dem moderne Legenden gemacht sind ...

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Exklusivrechte oder Inklusionspflichten?

Veröffentlicht am 12.06.2016

Gerade hat die DFL die Exklusivrechte für die Übertragung der Fußball-Bundesliga vergeben – und dabei ein Rekordergebnis erzielt. Exklusivität hat eben ihren Preis. Das Wort „exklusiv“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „ausschließlich“, laut Duden steht es für alles, was besonders vornehm, anspruchsvoll, aber auch gesellschaftlich abgehoben und abgrenzend ist. Da ist der exklusive Golfclub, das exklusive Konzert … oder die exklusive Kirchengemeinde … von der folgende Geschichte erzählt:

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If I could turn back time ...

Veröffentlicht am 22.05.2016

... singt Cher in ihrem Welthit - wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte. Eine zerbrochene Beziehung bildet den Hintergrund für diesen Wunsch, alles anders und vor allem im zweiten Anlass besser und richtig zu machen.

 

Also gut, was wäre, wenn ich diese Zauberuhr von Albus Dumbledore aus dem dritten Teil der Harry-Potter-Reihe hätte, mit der man in der Zeit zurückspringen kann? Was wäre, wenn wir wie im Film "Die Tür" Zugang zu unserer Vergangenheit hätten, um einen tragischen Fehler zu korrigieren oder gar wie im düsteren Science-Fiction-Film "12 Monkeys" die ganze Menschheit? Wenn ich eine Zeitmaschine hätte, wohin würde ich reisen wollen?

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Das innerste Pünktlein

Veröffentlicht am 16.05.2016

Ein Rabbi sagte einst: „Wenn man ein Bethaus baut, braucht es Mauern und ein Dach, Türen und Fenster, und es braucht Tische und Stühle und Bücher und einer wird Vorsteher, ein anderer Schreiber, ein Dritter Diener und so fort … und dann kommt der Widersacher und nimmt das innerste Pünktlein weg … und alles geht weiter wie zuvor, das Rad dreht sich unbeirrt weiter … nur das innerste Pünktlein fehlt …“ Der Rabbi schwieg eine Weile und sagte dann:

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Huhn und Ei

Veröffentlicht am 29.04.2016

Die alte, scheinbar nicht zu lösende Frage: Was war zuerst da – das Huhn oder das Ei? Wenn zuerst das Huhn da war – woraus ist es dann geschlüpft? Und wenn zuerst das Ei da war – wer hat es gelegt? Und schon dreht sich die Diskussion im Kreis, endlos und ohne Ausweg. Aber natürlich gibt es eine Antwort: Evolution. Irgendwann hat ein Tier, das genetisch noch nicht Huhn war (aber sehr, sehr dicht dran), ein Ei gelegt, aus dem dann aufgrund von Mutation oder schlicht und ergreifend als Ergebnis einer Kreuzung ein Huhn schlüpfte. Die Frage wäre also geklärt. Aber was haben Huhn und Ei mit der Kirche zu tun?

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Ein Jahr älter ... ein kleiner Schmerz

Veröffentlicht am 21.04.2016

Reißen Sie sich doch mal ein Haar aus. Einfach so. Aber dafür ganz bewusst. Spüren Sie den kurzen Schmerz, den das auslöst. Erst scharf und punktuell an der Stelle, an der das Haar eben noch wuchs, dann wellenförmig ausklingend, bis nichts mehr bleibt …

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Die drei Wege zur Klugheit

Veröffentlicht am 18.04.2016

Letzte Woche im Hotel Eden im Tuxertal finde ich morgens in der Speisekarte als Tagesspruch die drei Wege zur Klugheit. Wie heißt es so schön: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Und gerade hier fand ich, dass das wirklich passt ...

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Katerstimmung

Veröffentlicht am 04.04.2016

... am Tag nach dem Weißen Sonntag.

Kürzlich habe ich von einem Pfarrer gelesen, der einfach hingeschmissen hat und ins Kloster gegangen ist. Er konnte nicht mehr und wollte nicht mehr. Es war ihm zuwider, immer wieder in der Kirche die große Showbühne auszurollen - bei Taufen ein schönes Familienfest zu feiern ... und dann zu erleben, dass von den Versprechen zur Taufe oft nicht viel übrig bleibt, bei Erstkommunionfeiern mit vielen Kindern ... von denen man den großen Teil erst Jahre später zur Firmung oder gar nicht wiedersieht, bei der Hochzeit das Event in der Kirche mit großem Aufwand, besonderer Musik, viel Fassade ... und wenig dahinter an abrufbarem Inhalt, wenn es um christliche Ehe und Familie geht. Darum ist er ins Kloster gegangen, weil er sich geradezu "missbraucht" fühlte als - man könnte sagen - Veranstaltungsmanager.

Ich kann das aus meiner früheren Erfahrung heraus durchaus nachvollziehen. Selten hatte ich im Laufe eines Jahres so große Schwierigkeiten, mich selbst zu motivieren wie vor den Erstkommuniongottesdiensten. Denn auch ich wusste ja: der festliche Gottesdienst ist bei aller Freude des Tages für eine Gemeinde immer wieder auch ein Stück weit Trauerspiel. Denn die Erfahrung lehrt ja tatsächlich, dass der Erstkommuniongottesdienst nicht selten auch den Abschied von den Kindern bedeutet. Der Gang zur Kommunion findet dann zum ersten und gleichzeitig zum letzten Mal statt.

Auch ich habe mich in solchen Augenblicken immer wieder mal gefragt: Haben wir eigentlich wirklich Grund zum feiern? Machen wir uns mit der Feier nicht selbst was vor? Ist der ganze Festakt nicht eine womöglich sogar ziemlich verlogene Veranstaltung? Gott sieht ja auf die Herzen der Menschen - und er weiß ja, ob ein Gottesdienst von uns Menschen echt und mit ganzem Herzen gefeiert wird, oder ob wir innerlich eigentlich ganz woanders sind (z.B. bei den Geschenken). Zugegeben - es gab immer wieder Augenblicke, da wäre ich auch am liebsten geflüchtet ...

Was hat mich trotzdem motiviert?

Eigentlich habe ich die Antwort selbst schon ein Stück weit gegeben. Denn bei näherer Betrachtung sind es ja erstens nicht alle Kinder, die nachher wieder spurlos verschwinden - einige bleiben ja auch. Und wenn es nur ein einziges wäre - es hätte verdient, ein großartiges Fest zu feiern zu einem Anlass, der ja Freude pur ist. Zweitens muss auch ich als betrachtender Mensch von außen zugeben, dass ich im Unterschied zu Gott eben nicht in die Herzen der Menschen schauen kann und mir von daher auch kein Urteil darüber erlauben kann und darf, welche Motive Kinder und Eltern antreiben, an diesem Fest teilzunehmen. Steht es mir überhaupt zu, daran zu zweifeln, wenn ein Kind bei der Tauferneuerung Freundschaft mit Christus verspricht? Und muss ich nicht doch eigentlich annehmen, dass Eltern auf jeden Fall ihrem Kind etwas Gutes tun wollen mit diesem Fest?

Jedes Mal, wenn ich mich diesen Fragen gestellt habe, hat sich meine Stimmung verändert.

Es ging mir ein wenig so wie dem Hund im Tempel der tausend Spiegel: Da kam ein Hund in den Tempel der tausend Spiegel und erblickte plötzlich viele fremde Hunde. Und weil er die fremden Hunde fürchtete, fletschte er die Zähne und nahm eine drohende Haltung ein. Natürlich nahmen auch die tausend anderen Hunde eine drohende Haltung ein und fletschten die Zähne. Da bekam es der Hund mit der Angst zu tun und lief jaulend davon. Kurz darauf betrat ein anderer Hund den Tempel und als er dort auf tausend andere Hunde traf, freute er sich und wedelte freundlich mit dem Schwanz. Da wedelten auch die tausend anderen Hunde freundlich mit dem Schwanz. Glücklich lief der Hund aus dem Tempel hinaus. Er wusste, dass dort keine Feinde, sondern Freunde auf ihn warteten.

Merke: Wie es ausgeht, wenn wir uns einer Sache, einem Fest oder auch Menschen stellen, hängt nicht zuletzt von uns selbst und unserer eigenen Haltung ab. Der Volksmund sagt: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

Ja, es gibt sie, die Katerstimmung, die Verlusterfahrung, den Abschiedsschmerz nach dem großen Fest. Und trotzdem lohnt es sich, diese Feste zu feiern ... oder?

Und wer glaubt, im Kloster den Himmel auf Erden zu finden, vergisst nur zu leicht, dass er auch dort hinter dicken Mauern von ganz normalen Menschen umgeben ist.

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